BUNDjugend  
Echt extrem …!

Sumpf und Sand

Wird der blaue Moorfrosch weiterhin im sumpfigen Moor Hochzeit feiern? Findet die Dunkelfransige Honigbiene im Blütenmeer des Trockenrasens auch weiterhin ihr Flugbenzin? Das hängt vor allem davon ab, ob wir Menschen weiterhin soviel Land wie möglich entwässernund landwirtschaftlich nutzen wollen oder nicht. Ohne Wasser gibt es keine Moore. Auf überdüngten Flächen wächst kein Trockenrasen. Moore und Trockenrasen, die typischen Landschaftsräume Brandenburgs, sind nicht nur extrem feucht beziehungsweise extrem trocken. Sie sind auch extrem wichtig für den Erhalt der Artenvielfalt, extrem bedroht und zudem extrem nützlich, um die Auswirkungen des Klimawandels abzudämpfen.

Lerne Brandenburgs zwei Gesichter kennen!

Unser Umweltbildungsprojekt „Sumpf & Sand – Brandenburgs zwei Gesichter“ macht durch ein vielfältiges Bildungsangebot auf die zwei landschaftsprägenden Ökosysteme der Feucht- und Trockenrasengebiete aufmerksam und möchte durch Naturerfahrung sensibilisieren und Handlungsmöglichkeiten im Alltagsleben zu ihrem Schutz und ihrer Pflege aufzeigen. Wir wollen uns durch das Projekt diesen besonderen Landschaftstypen von der Seite der Bildung für nachhaltigen Entwicklung nähern. Wie entstanden die Ökosysteme und wie werden sie genutzt, gepflegt und geschützt? Welche spezialisierten Arten kommen vor? Was können wir alltäglich oder langfristig für den Erhalt dieser bedrohten, einzigartigen Lebensräume tun?

Geplant sind sowohl Aktionstage für Kita- und Grundschulkinder, Wochenenden für Familien als auch Workshops für Erwachsene und berufliche Fortbildungen für Landschaftsarchitekt*innen und Garten- und Landschaftsbauer*innen bzw. für betroffene Menschen in Konfliktregionen. Unsere BUND-Brandenburg-Themenseite: Sumpf & Sand.
Bis 2020 werden jedes Jahr 12 Bildungsveranstaltungen verschiedenster Formate durchgeführt. Bezahlt werden diese aus Mitteln des Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und des Landes Brandenburg.

Werde aktiv

Vor Deiner Haustür gibt’s ein Moor? In der Gemeinde legt Ihr einen Trockenrasen an? Du interessierst Dich für einen der Lebensräume? Dann hast Du verschiedene Möglichkeiten, Dich für den Erhalt Ihren Erhalt einzusetzen.

Komm auf uns zu, wenn Du Ideen hast, wie Du Dich mit einer BUNDjugend Gruppe einbringen kannst. Hast Du Fragen zu Mooren oder Trockenrasen? Dann ruf uns an oder schreibe uns eine E-Mail:

Karoline Funk
Ansprechpartnerin Feuchtgebiete
sumpf.brandenburg@bund.net
Tel.: 0331 703997 24

Almut Roos
Ansprechpartnerin Trockenrasen
sand.brandenburg@bund.net
Tel.: 0331 703997 23

Fotos: Moorfrosch: Tilo Geisel; Dunkelfransige Hosenbiene: NaturSchutzFonds/I. Willecke


„Sumpf & Sand“ überall?!

„…Du versinkst im Bass wie ‘ne Moorleiche im Moor. Es zwingt dich in die Knie, denn der Riddim is Hardcore…“ Dieser Songtext kommt Euch sicher bekannt vor. Tatah! Es handelt sich um einen Ausschnitt aus SEEEDs „Dickes B“. Es gibt einfach Textzeilen, die hängen bleiben. Dasselbe erhoffen wir uns vom hier vorgestellten Umweltbildungsprojekt „Sumpf & Sand“.

Was sind Moorleichen überhaupt? Was macht sie so besonders? Moore sind gruselig, man kann in ihrem Morast versinken? Locken Irrlichter in die Verdammnis? Trockene Sandflächen sind öde Wüsten und leblos? Was leisten sie für uns Menschen, warum sind sie unabdingbar für das Klima und welchen spezialisierten Tier- und Pflanzenarten bieten sie Lebensraum? All diesen Mythen und Fragen gehen wir mit Groß & Klein auf den Grund.

Wusstest Du, dass unsere Hauptstadt Berlin auf sandigem und sumpfigem Untergrund fußt? Das Wort Berlin stammt aus dem slawischen und bedeutet „Stadt im Sumpf“. Aus diesen geologischen Zusammenhängen ergeben sich oft baustatische Schwierigkeiten. So zum Beispiel als der Fernsehturm ein spezielles sechs Meter tiefes Fundament und eine 5.000 Tonnen schwere Stahlkonstruktion erhielt, um die ca. 8.000 Kubikmeter Beton auf dem lockeren Sandboden zu halten. Feucht- und Trockenrasengebiete – sprich Sumpf & Sand – sind typische Landschaftsräume Brandenburgs. Kein Wunder, dass sich dass auch in der traditionellen Musik wie der „Brandenburg Hymne“, in Dichtungen oder Liedern der Pfadfinderbewegung wiederfindet. „Märkische Heide, Märkischer Sand… Steige hoch, Du roter Adler, hoch über Sumpf & Sand…hoch über dunkle Kiefernwälder“ oder „…wolln‘ durch Moor und Sümpfe waten…“.

Wie Du siehst, gibt es viele Berührungspunkte mit den zwei Gesichtern Brandenburgs, sei es in den Bereichen Kunst und Kultur, Geschichte, Landwirtschaft, (Landschafts-)architektur und Gartenbau, Medizin und Heilkunde, Wissenschaft und Ökologie und sogar Kriminologie. Vielleicht findest Du noch viel mehr Berührungspunkte mit dem Moor oder der Wiese in Deiner Nähe?